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Entstehung des 1.Rödelheimer Fußball-Club 02 |
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Nun, der 1. FC Rödelheim 02 ist ein Stadtteil-Verein aus Frankfurt. Dort, am Rebstöcker Weg, hatten sie Girlanden aufgehengt, als ihr FC 1948 in die Oberliga Süd aufgestiegen war und sozusagen den Lokalrivalen Rot-Weiss erzetzte. Der Bericht des "Neuen Sport" vom entscheidenden Aufstiegsspiel bei Amicitia Viernheim in Nordbaden ist zitierenswert, weil er ein Stimmungsbild vom Nachkriegsfussball jener Tage gibt: "Auf dem sandigen Viernheimer Platz herrscht eine explosionsgeladene Atmosphäre wie auf den meisten Landplätzen: Fanatische, wild um sich blickende Männer, erregt aufquietschende Dorfschönheiten und eine jodelnde Kinderschar bilden die Kulisen. Die Viernheimer Naturburschen gingen darauf aus, den Mann und nicht den Ball zu treffen. |
2:1 gegen Ulm 46 von links, Flauaus, spätere Eintracht-Star Alfred Pfaff, Wehe, Schieth (später Eintracht, SW Essen), Keller, Sand, Krömmelbein, Kuchendorf, Struth, Schmitt, Hofbauer. |
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Damit war eine derart gewitzte Elf wie die des 1. FC Rödelheim nicht aus den Angeln zu heben. Nach dem Ende (Anm.: 1:0 für Rödelheim) tat es einen lauten Knall, einige Spieler von Rödelheim bekammen Prügel, und nur mit Mühe gelang es einigen Besonnenen, die Menschenmenge zu bewegen, die Belagerung der Gästekabine aufzuheben (die Polizei war bei der Währungsreform)." |
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Schieth war von Blau-Weiss Obersayn aus dem Westerwald zu Rödelheim gekommen: "Das Angebot gefiel mir." Im Westerwald, beim SC Wirges, war nach der Kriegsgefangenschaft auch ein gewisser Alfred Pfaff aufgetaucht und dort hat er auch eine Ehefrau gefunden. Pfaff, eigentlich ein Eintrachtler, kehrte in seine Heimatstadt zum FC Rödelheim zurück und nach dem Abstieg 1949 auch wieder zum Stammverein Eintracht, wo er als "Don Alfredo" ein Fussballstar wurde. Die Eintracht verpflichtete neben Pfaff und Schiet auch noch Herbert Kesper und Kurt Krömmelbein aus dem "Nachlass" des kleinen Stadtteilklubs und der FSV fand dort seinen langjährigen Stamm-Keeper Willi Rado. Aber das war nach dem Rödelheimer Abstieg und vorher wollte der Neuling, zwei Jahre lang zuhause unbesiegt, in seiner neuen Heimat am Brentanobad und auswärts ers einmal "aus eigener Kraft und ohne Startum" bestehen. Hubert Schieth, damals Student an der Universität Frankfurt: " Aber es hat sich dann gezeigt, dass die Oberliga für uns eine Nummer zu groß war. So schlecht haben wir nicht ausgesehen, aber mit Kameradschaft und unserer fussballerichen Substanz war da nicht zu machen. Die Eintracht oder der FSV in Frankfurt hatten da ganz andere Ausgangsbedingungen." Rödelheim erreichte nur 17 von 60 möglichen Punkten und stieg als Schlusslicht postwendend wieder ab. |
4:1 gegen 1. FC Nürnberg "Rödelheim ging es um die sportliche Ehre", schrieb die Presse, als der Absteiger den amtierenden Deutschen Meister 1. FC Nürnberg mit 4:1 distanzierte. Alle vier Tore des Neulings erzielte Hubert Schieth: Hier sein zweiter Treffer gegen Torwart Edi Schaffer und Bergner(recht) |
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Das deprimierendste Erlebnis war sicherlich das 0:10 im Heimspiel im März '49 gegen Offenbach. Die Mannen vom Bieberer Berg zeigten Mitleid mit dem Konkurrenten von der anderen Main-Seite, als ihr Nowotny dem FC Torhüter Hubert Sand sanft einen Elfmeterball zuschob. Bald darauf trat aber Kickers-Keeper Schepper an und verwandelte den nächsten Strafstoss. "Der neue Sport" urteilte: "Nur ein kleines Fussball-Wunder könnte die Rödelheimer, die in vielen Kämpfen eine so ausgezeichnete Figur machten, noch retten." In ihrem letzten Oberligaspiel haben die Frankfureter vor 8000 zuschauer dann auch noch einmal aufgetrumpft und den amtierenden Deutschen Meister 1. FC Nürnberg 4:1 abgefertigt; alle viel Tore erzielte Hubert Schieth. Noch einmal "Der neue Sport": "Schieths Unwiderstehlichkeit war typisch für die Rödelheimer. Ihnen ging es um nicht mehr als die sportliche Ehre, für die haben sie gekämpft und gespielt, dass ihre Parteigägner ihnen dafür manches verziehen." Aber das war's dann auch am 15. Mai 1949 mit der Oberliga. |
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Die Jahre 1955-1957 dienten der Vorbereitung eines neuen Sportplatzes und so gelang es dem damaligen Vorstand nach langen Verhandlungen mit der Stadt, dass im Spätsommer des Jahres 1957 die Einweihung des Sportplatzes an der Westerbach gefeiert werden konnte. Im Jahre 1972 macht es sich der Vorstand zur Aufgabe, endlich einmal ein eigenes Clubhaus zu bauen und zu besitzen. Am Himmelfahrtstag 1973 wurde begonnen und an Weihnachten desselben Jahres konnten wir unsere erste Weihnachtsfeier des Vereines in unserem eigenen Heim abhalten. Die spielerischen Erfolge setzten sich in einer Reihe schöner Punkt - und Freundschaftsspiele gegen angesehene Vereine durch, und bei den Verbandsspielen wurde in der betreffenden Klasse immer ein beachtlicher Tabellenstand erreicht. In der Saison 2001/02 konnte der Club erstmals in seiner langen Vereinsgeschichte eine G-Jugend präsentieren, nun kann auch das große Interesse der Kleinsten am Fußball in unserem Verein erfühlt werden. |
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